Eine Reise über die Tauernbahn

Die Tauernbahn führt von Schwarzach-St. Veit in Salzburg nach Spittal-Millstättersee in Kärnten. Die 80 km lange Gebirgsbahn ist eine der wichtigsten Transitrouten in Österreich. Zu dem ist sie, nach dem Zweigleisigen Ausbau der Südrampe, die steilste und schnellste Gebirgsbahn der Welt.

Die Tauernbahn verläßt parallel mit der Giselabahn oder auch Salzburg-Tiroler-Bahn genannt, den Bahnhof Schwarzach-St. Veit als Zweigleisige Strecke. Bereits im Weichenbereich steigt die Bahnlinie kräftig an. Nach einer Anhangsbauwerk, das fast wie ein Balkon zur Giselabahn wirkt, kommt man zum 270 Meter langen Unterbergtunnel. Wenige hundert Meter weiter folgt der 960 Meter lange Birgltunnel befahren. Der neue Kenlachtunnel in Streckenkilometer 4,4 weist 314 Meter auf. Darauf folgt die neutrassierte Kenlachgraben-Brücke. Diese liegt bei der Einfahrt in Bahnhof Loifarn. Auf Höhe der Zwischensignale fährt man in den bislang steilsten Streckenabschnitt mit nahezu 28 Promille ein. In diesem Abschnitt verringert sich die Streckenhöchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer auf 70. Die Bahnlinie wendet sich nun in Richtung Süden und im Bereich der auf ein Gleis zusammenführenden Weiche, kann man den Bahnhof Lend mit der angrenzenden Aluminium-Fabrik erkennen. Wenige Sekunden darauf verschwindet man im Unteren Klammtunnel. Die Trennung zum Oberen Klammtunnel bildet die Gasteiner Klammschlucht, in der der Reisende nur einen Wimpernschlag Zeit hat um einen Blick auf die tosende Gasteiner Ache zu werfen. Wiederum nach dem Verlassen dieses Tunnel muss man das selbe Gewässer nochmals überqueren. Gleich danach geht es wieder zweispurig weiter. Nach der aufgelassenen Haltestelle Klammstein, kann man die, den Namen verleihende Burgfestung zu Gesicht bekommen. Nun weitet sich das Gasteinertal auf und die Streckenneigung beträgt durchschnittlich 10 Promille. Bereits beim Kilometer 12,2 wird die Gasteiner Ache, mittels der Mayerhofner Brücke zum nächsten Mal passiert. Einen guten Kilometer weiter erreicht man den Bahnhof Dorfgastein. Der nächste, ca. 4 km lange Streckenabschnitt gestaltet sich, mit Lärmschutzwänden geschmückt als weniger erwähnenswert. In Kilometer 19,3 liegt der Bahnhof Bad Hofgastein. Im anschließenden Ausfahrbereich beginnt die Strecke erneut stark anzusteigen und gewinnt auf 100 Meter ca. 2,5 Meter an Höhe. In der Haltestelle Bad Hofgastein verjüngt sich die Bahnlinie wieder auf ein Gleis. Danach folgen fünf aus Stein gebaute Viadukte (Steinbach-, Pyrker-, Weitmoser-, Hundsdorfer- und Schlossbach-Viadukt). Gleich beim zweiten Bauwerk wird die Standseilbahn zur Schlossalm überquert. Bei der Einfahrt in den Bahnhof Angertal wird die berühmte Angerschlucht bewältigt. Diese aus Flusseisen- und Stahl konstruierte Brücke hat eine Spannweite von 110 Meter. Ein Neubau steht bereits daneben. Vom Bahnhof Angertal bis zur Abzweigung Angertal 1 verläuft die Bahnlinie seit dem November 1994 zweigleisig. Danach geht es entlang einer felsigen Lehne, wo man im Winter besonders schöne Eiswasserfälle beobachten kann, eingleisig weiter. Nun erreicht man den Bahnhof Bad Gastein, der der einzige Bahnhof ist, der auf beiden Seiten eingleisig weiterführt. Dort quert die Bahnlinie das Gasteinertal und fährt nun auf der linken Berglehne weiter. Eingeschlossen von hohen Bäume und Felsen fährt man auf Böckstein. Auf Höhe des Einfahrtsignales trifft man auf die aufgelassene Haltestelle Böckstein. Noch im Weichenbereich befindet sich die neue Anlaufgraben-Brücke. Daneben ragt noch immer die Unterkasten-Brücke. Im Bahnhof Böckstein befindet sich die Verladestelle der ÖBB-Tauernschleuse und ebenso ist der Tunnelrettungs-Shuttle immer einsatzfähig im Bereich des alten Tauerntunnel-Nordportals abgestellt. Dieses Tunnelportal wird rechts davon, seit der Tunnelverkürzung im Jahr 2000, umfahren. Seither ist der, als Scheiteltunnel ausgeführte Tauerntunnel nurmehr 8371 Meter lang und ist somit um 179,5 Meter kürzer als bei der Betriebsaufnahme im Jahr 1909. Im Kilometer 40,565 hat nur den höchsten Punkt dieser Gebirgsbahn auf 1226 Meter erreicht. Tritt man wieder ans Tageslicht kommt man in den Bahnhofsteil Mallnitz-Hintertal. Mit der Bahnhofverlängerung von Mallnitz und dem damit notwendigen Weicheneinbau, wurde die dort angesiedelte Haltestelle Tauerntunnel aufgelassen. Bis zum eigentlichen Bahnhof Mallnitz-Obervellach werden wieder 10 Promille Gefälle erreicht. Am Bahnsteig vor dem Aufnahmsgebäude endet auch die Fahrt für den Autoüberstellzug. Bis zum 13.11.1999 fuhr man aus dem Bahnhof in einem Rechts- gefolgt von einem Linksbogen in den Dössentunnel und danach ging es entlang der Berglehne über sieben schöne Viadukte, zwei Tunnels sowie durch den Bahnhof Kaponig (früher Obervellach) talabwärts. Seither befährt man den 5096 Meter langen Kaponig- und den 690 Meter langen Ochenigtunnel. Dazwischen wurde die Neue Kaponiggraben-Brücke gebaut, wo sich auch die alte und neue Bahntrasse im 90-Grad-Winkel kreuzen. Nun fährt man hoch über dem Mölltal und hat einen wunderschönen Ausblick auf den Hauptort dieses Tales, Obervellach. Der weitere Verlauf beinhaltet die Neutrassierung aus den 1970-er Jahren, wo die Bahnlinie großzügig mit drei Spannbetonbrücken begradigt werden konnte. Nach der Lindischgraben-Brücke taucht alsbald die Burg Niederfalkenstein auf. Die nach ihr benannte Falkenstein-Brücke, weist als Einzige zwei Bögen auf und ist mit 408 Meter die Längste. Noch vor dem Bahnhof Penk befährt man Österreich höchste Eisenbahn-Brücke. Die Pfaffenberg-Zwenberg-Brücke ist mit 117 Meter Höhe und 377 Meter Länge sicherlich das imposanteste Bauwerk der Tauernsüdrampe. Zwischen den Bahnhöfen Penk und Kolbnitz wurde Mitte der 1980-er Jahren zweigleisig ausgebaut. Der letzte zweigleisige Ausbau betraf den Abschnitt zwischen Kolbnitz und dem Bahnhof Pusarnitz. Der dazwischenliegende Bahnhof Mühldorf-Möllbrücke wurde mittlerweile zur Haltestelle degradiert - dort befindet sich nur mehr die Überleitstelle Kolbnitz 2. In Pusarnitz hat man den Talboden auf 564 Meter Höhe erreicht. Bei der früheren Abzweigung Lendorf, heutige Ausfahrt Pusarnitz Süd trifft die Tauernbahn auf die Drautalstrecke. Nun geht es teilweise entlang der Drau bis zum Bahnhof Spittal-Millstättersee wo im Streckenkilometer 80,9 die Kilometrierung endet. Durch die Streckenbegradigungen und Neutrassierung entlang dieser Gebirgsbahn ist die Gesamtlänge um 1000 Meter kürzer geworden.